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Heizungswartung Checkliste: Jährliche Kontrolle für Ihre Liegenschaft

Wann muss die Heizung gewartet werden? Was können Sie selbst prüfen, wann braucht es den Fachmann? Jahresplan, Kostentabelle und Energiespartipps für Liegenschaftsbesitzer.

Die Heizungsanlage ist das Herzstück jeder Liegenschaft – und gleichzeitig einer der grössten Kostenfaktoren. Eine gut gewartete Heizung arbeitet effizienter, verbraucht weniger Energie und hat eine deutlich längere Lebensdauer. Trotzdem wird die Heizungswartung in vielen Mehrfamilienhäusern vernachlässigt – oft mit teuren Folgen. Dieser Ratgeber liefert Ihnen eine praxistaugliche Checkliste für die jährliche Heizungswartung, erklärt die gesetzlichen Anforderungen in der Schweiz und zeigt auf, welche Aufgaben Sie selbst erledigen können und wann der Heizungsfachmann kommen muss.

Warum regelmässige Heizungswartung unverzichtbar ist

Eine Heizungsanlage, die ohne Wartung betrieben wird, verliert pro Jahr rund 1 bis 2 Prozent an Effizienz. Nach fünf Jahren ohne Wartung kann der Energieverbrauch um 10 Prozent oder mehr gestiegen sein – bei gleichbleibender Heizleistung. Doch die Kostenfrage ist nur ein Aspekt. Regelmässige Wartung bietet zahlreiche weitere Vorteile.

Energieeffizienz und Kosteneinsparung

Ein sauber eingestellter Brenner, entlüftete Heizkörper und ein korrekt funktionierender Heizkessel verbrauchen spürbar weniger Öl, Gas oder Strom. Für eine typische Liegenschaft mit 8 bis 12 Wohneinheiten können jährliche Einsparungen von CHF 500 bis CHF 1'500 realisiert werden – allein durch eine ordentliche Wartung.

Betriebssicherheit und Ausfallvermeidung

Ein Heizungsausfall im Winter ist für Mieter und Eigentümer gleichermassen unangenehm – und teuer. Notfalleinsätze von Heizungstechnikern kosten ein Vielfaches einer regulären Wartung, und die Wartezeit kann bei Engpässen in der Heizsaison mehrere Tage betragen. Eine jährliche Wartung reduziert das Ausfallrisiko erheblich.

Lebensdauer der Anlage

Eine gut gewartete Heizungsanlage hält 20 bis 25 Jahre. Ohne Wartung sinkt die Lebensdauer auf 12 bis 15 Jahre. Bei den Anschaffungskosten einer neuen Heizung (CHF 20'000 bis CHF 60'000 je nach Typ und Grösse) macht dieser Unterschied einen erheblichen Betrag aus. Die jährlichen Wartungskosten von CHF 300 bis CHF 800 sind im Vergleich dazu eine kleine Investition.

Gesetzliche Pflicht

In der Schweiz schreiben die kantonalen Energiegesetze und die Luftreinhalte-Verordnung (LRV) regelmässige Kontrollen und Messungen an Heizungsanlagen vor. Im Kanton Thurgau muss bei Öl- und Gasheizungen alle zwei Jahre eine Feuerungskontrolle durchgeführt werden. Die Ergebnisse werden dem zuständigen Kaminfeger oder der Gemeinde gemeldet.

Gut zu wissen: Die Kosten für die Heizungswartung (nicht aber für Reparaturen oder Erneuerungen) können über die Nebenkosten auf die Mieter umgelegt werden, sofern dies im Mietvertrag vereinbart ist. Mehr dazu in unserem Ratgeber Hauswartungskosten.

Jahresplan: Monat für Monat die Heizung im Griff

Die Heizungswartung ist keine einmalige Aktion, sondern ein Prozess über das ganze Jahr. Der folgende Jahresplan zeigt, welche Aufgaben in welchem Monat anstehen – sowohl für den Hauswart als auch für den Heizungsfachmann.

Monat Aufgabe Zuständig
Januar–Februar Heizungskeller kontrollieren: Temperatur, Druck, Wasserstand. Heizkörper auf gleichmässige Erwärmung prüfen. Hauswart
März Heizleistung reduzieren bei steigenden Aussentemperaturen. Nachtabsenkung überprüfen. Raumthermostate kontrollieren. Hauswart
April–Mai Heizung abschalten (je nach Witterung). Sommerumstellung Warmwasser prüfen. Heizungsraum reinigen und aufräumen. Hauswart
Juni–Juli Jährliche Brennerwartung beauftragen. Kessel reinigen, Düsen und Filter ersetzen, Abgaswerte messen. Heizungsfachmann
August Heizkörper entlüften (alle Stockwerke). Thermostatventile auf Funktion prüfen. Rohrleitungen auf Undichtigkeiten kontrollieren. Hauswart
September Heizungsanlage in Betrieb nehmen. Probelauf durchführen. Druck und Wasserstand kontrollieren, bei Bedarf nachfüllen. Hauswart
Oktober Heizung auf Winterbetrieb umstellen. Heizkurve überprüfen und anpassen. Mieter über Heizperiode informieren. Hauswart
November–Dezember Regelmässige Kontrollgänge im Heizungskeller. Brennstoffvorrat kontrollieren (Öl). Störungsmeldungen sofort bearbeiten. Hauswart

Der optimale Zeitpunkt für die professionelle Brennerwartung ist Juni/Juli – dann sind die Heizungstechniker weniger ausgelastet und die Termine besser verfügbar.

Checkliste: Was der Hauswart selbst prüfen kann

Nicht für jede Heizungskontrolle braucht es einen teuren Fachmann. Ein geschulter Hauswart kann viele Routineaufgaben selbst übernehmen. Die folgende Checkliste eignet sich für die regelmässigen Kontrollgänge des Hauswarts oder Liegenschaftsverwalters.

Monatliche Kontrolle im Heizungskeller

  • Anlagendruck auf dem Manometer ablesen (Sollwert prüfen)
  • Wasserstand im Ausdehnungsgefäss kontrollieren
  • Vorlauf- und Rücklauftemperatur prüfen
  • Sicherheitsventile auf Dichtheit prüfen
  • Umwälzpumpe auf Geräusche kontrollieren
  • Heizungskeller auf Feuchtigkeit und Leckagen prüfen
  • Brennstoffvorrat kontrollieren (bei Ölheizung)
  • Störungsanzeige am Kessel prüfen

Saisonale Aufgaben

  • Heizkörper entlüften (vor Heizsaisonbeginn)
  • Thermostatventile auf Gängigkeit prüfen
  • Raumthermostate und Zeitschaltuhren kontrollieren
  • Heizungsraum reinigen und aufräumen
  • Kamin und Abgasrohr visuell kontrollieren
  • Kondenswasserablauf prüfen (bei Brennwertkesseln)
  • Frostschutz in ungenutzten Räumen sicherstellen
  • Warmwassertemperatur kontrollieren (Legionellen-Prävention)
Wichtig: Der Hauswart ersetzt nicht den Heizungsfachmann. Alle Arbeiten am Brenner, an der Gasleitung, an elektrischen Komponenten und an sicherheitsrelevanten Bauteilen müssen von einem zertifizierten Heizungstechniker ausgeführt werden. Der Hauswart übernimmt die Überwachung und erkennt Probleme frühzeitig – bevor sie teuer werden.

Professionelle Brennerwartung: Was der Fachmann macht

Die jährliche Brennerwartung durch einen Heizungsfachmann ist das Kernstück der Heizungswartung. Sie umfasst deutlich mehr als ein einfacher Kontrollgang und sollte idealerweise im Sommer durchgeführt werden, wenn die Heizung nicht in Betrieb ist.

Leistungsumfang einer typischen Brennerwartung

  • Brenner demontieren und reinigen: Düsen, Elektroden, Filter und Ventilator werden gereinigt oder ersetzt.
  • Kessel reinigen: Der Wärmetauscher wird von Russ und Ablagerungen befreit, um die Effizienz wiederherzustellen.
  • Abgasmessung: Die Abgastemperatur, der CO₂-Gehalt und der Russwert werden gemessen und protokolliert.
  • Einstellungen optimieren: Brennerleistung, Luftzufuhr und Vorlauftemperatur werden auf optimale Werte eingestellt.
  • Sicherheitskontrollen: Sicherheitsventile, Überdruckschalter und Flammenüberwachung werden geprüft.
  • Wartungsprotokoll: Alle Messwerte und durchgeführten Arbeiten werden dokumentiert.

Bei Brennwertkesseln kommt zusätzlich die Kontrolle des Kondensatablaufs und die Prüfung des Wärmetauschers auf Korrosion hinzu. Bei Wärmepumpen entfällt die Brennerwartung, dafür müssen Kältemittelkreislauf, Kompressor und Verdampfer geprüft werden.

Heizungstypen und ihre Wartungsanforderungen

Je nach Heizungstyp variieren der Wartungsaufwand und die Kosten erheblich. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede.

Heizungstyp Wartungsintervall Kosten (Richtwert)
Ölheizung (konventionell) Jährlich + Feuerungskontrolle alle 2 Jahre CHF 400–700
Ölheizung (Brennwert) Jährlich + Feuerungskontrolle alle 2 Jahre CHF 500–800
Gasheizung (konventionell) Jährlich + Feuerungskontrolle alle 2 Jahre CHF 300–500
Gasheizung (Brennwert) Jährlich + Feuerungskontrolle alle 2 Jahre CHF 400–600
Wärmepumpe (Luft/Wasser) Alle 1–2 Jahre CHF 300–500
Wärmepumpe (Sole/Wasser) Alle 2–3 Jahre CHF 400–600
Pelletheizung Jährlich (Asche entleeren, Kessel reinigen) CHF 400–700
Fernwärme Jährlich (Übergabestation prüfen) CHF 200–400

Richtwerte für MFH-Anlagen (6–12 Wohneinheiten). Preise exkl. Ersatzteile und allfällige Reparaturen.

Spartipp: Schliessen Sie einen Wartungsvertrag mit einem Heizungstechniker ab. Vertraglich vereinbarte Wartungen sind oft 10 bis 20 Prozent günstiger als Einzelaufträge, und Sie erhalten garantierte Termine – auch in der Hochsaison.

Energieeffizienz steigern: 7 Praxis-Tipps

Neben der regelmässigen Wartung gibt es weitere Massnahmen, mit denen Sie den Energieverbrauch Ihrer Heizungsanlage senken können. Diese Tipps lassen sich mit geringem Aufwand umsetzen und amortisieren sich oft innerhalb einer Heizsaison.

1. Heizkurve optimieren

Die Heizkurve bestimmt, wie stark die Heizung bei welcher Aussentemperatur arbeitet. Eine zu steil eingestellte Kurve führt zu Überheizung und Energieverschwendung. Lassen Sie die Heizkurve vom Fachmann auf Ihre Liegenschaft abstimmen – das allein kann 5 bis 10 Prozent Energie sparen.

2. Nachtabsenkung aktivieren

Eine Nachtabsenkung von 2 bis 3 Grad zwischen 22:00 und 06:00 Uhr reduziert den Energieverbrauch um rund 5 Prozent, ohne den Wohnkomfort merklich zu beeinträchtigen. Stellen Sie sicher, dass die Zeitschaltuhr korrekt programmiert ist.

3. Heizkörper freihalten

Verdeckte Heizkörper – durch Möbel, Vorhänge oder Verkleidungen – geben ihre Wärme nicht optimal ab. Informieren Sie Mieter darüber, dass Heizkörper frei stehen sollten. Das verbessert die Wärmeabgabe und senkt den Energieverbrauch.

4. Warmwassertemperatur kontrollieren

Die Warmwassertemperatur sollte mindestens 60 Grad betragen (Legionellen-Prävention), aber nicht unnötig höher eingestellt sein. Jedes Grad über dem Bedarf erhöht den Energieverbrauch. Prüfen Sie die Einstellung regelmässig.

5. Hydraulischen Abgleich durchführen

Ein hydraulischer Abgleich stellt sicher, dass alle Heizkörper im Gebäude gleichmässig mit Heizwasser versorgt werden. Ohne Abgleich werden nahe am Kessel liegende Heizkörper überversorgt, entfernte unterversorgt. Der Abgleich kostet CHF 500 bis CHF 1'500, spart aber bis zu 15 Prozent Energie.

6. Rohrleitungen isolieren

Nicht isolierte Heizungsrohre in unbeheizten Räumen (Keller, Tiefgarage) verlieren unnötig Wärme. Eine nachträgliche Isolation kostet wenig und reduziert die Verluste um bis zu 80 Prozent. Prüfen Sie bei Ihrem nächsten Kontrollgang den Zustand der Rohrisolierung.

7. Regelmässige Kontrollgänge

Ein erfahrener Hauswart erkennt Probleme frühzeitig: ungewöhnliche Geräusche der Pumpe, Druckabfall im System, tropfende Ventile oder eine abnormale Kesseltemperatur. Je schneller reagiert wird, desto geringer die Folgekosten. In unserem Hauswartungs-Abo gehören regelmässige Heizungskeller-Kontrollen zum Standardumfang.

Gesetzliche Anforderungen in der Schweiz

Die Heizungswartung unterliegt in der Schweiz verschiedenen gesetzlichen Vorgaben. Als Eigentümer oder Verwaltung müssen Sie diese kennen und einhalten.

Luftreinhalte-Verordnung (LRV)

Die LRV schreibt vor, dass Öl- und Gasfeuerungen regelmässig auf ihre Emissionen geprüft werden müssen. Im Kanton Thurgau erfolgt die Feuerungskontrolle alle zwei Jahre durch den zuständigen Kaminfeger oder einen akkreditierten Kontrolleur. Die Kontrollpflicht gilt für alle Anlagen ab einer bestimmten Leistung.

Kantonale Energiegesetze

Das Thurgauer Energiegesetz verlangt, dass Heizungsanlagen den aktuellen energetischen Mindestanforderungen entsprechen. Bei einem Ersatz der Heizung gelten verschärfte Vorschriften bezüglich erneuerbarer Energien. Auch bestehende Anlagen müssen effizient betrieben werden – eine regelmässige Wartung ist dafür die Grundvoraussetzung.

Sorgfaltspflicht des Eigentümers

Unabhängig von den Feuerungskontrollen hat der Eigentümer eine allgemeine Sorgfaltspflicht. Ein Heizungsausfall, der auf mangelnde Wartung zurückzuführen ist, kann zu Schadenersatzansprüchen der Mieter führen – etwa für die Kosten eines Heizlüfters oder eines Hotelaufenthalts bei längerfristigem Ausfall. Vorbeugen ist deutlich günstiger als Haften. Weitere Informationen zur Organisation der Heizungskontrolle finden Sie in unserem Ratgeber zur Winterdienst-Vorbereitung.

Häufige Fragen zur Heizungswartung

Wie oft muss die Heizung in einem Mehrfamilienhaus gewartet werden?

Die jährliche Wartung durch einen Heizungsfachmann ist der Standard für Öl- und Gasheizungen. Zusätzlich schreibt die Luftreinhalte-Verordnung (LRV) im Kanton Thurgau alle zwei Jahre eine Feuerungskontrolle vor. Wärmepumpen sollten alle ein bis zwei Jahre geprüft werden. Dazwischen übernimmt der Hauswart monatliche Sichtkontrollen im Heizungskeller.

Was kostet eine Heizungswartung für ein Mehrfamilienhaus?

Die Kosten variieren je nach Heizungstyp und Anlagengrösse. Für eine Ölheizung in einem MFH mit 6 bis 12 Wohneinheiten liegen die Kosten für die jährliche Brennerwartung bei CHF 400 bis CHF 700. Gasheizungen sind mit CHF 300 bis CHF 500 etwas günstiger. Hinzu kommen die Kosten für die Feuerungskontrolle (CHF 100 bis CHF 200 alle zwei Jahre) und allfällige Ersatzteile.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Heizungswartung?

Der optimale Zeitpunkt ist im Frühsommer (Juni/Juli), wenn die Heizung nicht mehr in Betrieb ist. Zu diesem Zeitpunkt sind Heizungstechniker weniger ausgelastet, Termine besser verfügbar und die Preise oft günstiger. Warten Sie nicht bis zum Herbst – dann sind die Kapazitäten der Fachbetriebe häufig erschöpft.

Können die Heizungswartungskosten auf die Mieter umgelegt werden?

Ja, die Kosten für die regelmässige Wartung der Heizungsanlage (Brennerwartung, Feuerungskontrolle, Kaminfeger) sind umlagefähige Nebenkosten, sofern dies im Mietvertrag vereinbart ist. Nicht umlagefähig sind Reparaturen, Ersatz von Bauteilen und der Heizungsersatz selbst. Eine saubere Trennung auf der Rechnung des Heizungstechnikers erleichtert die korrekte Abrechnung.

Was passiert, wenn die Heizung nicht gewartet wird?

Ohne Wartung steigt der Energieverbrauch jährlich um 1 bis 2 Prozent, die Lebensdauer der Anlage verkürzt sich erheblich, und das Risiko eines Ausfalls im Winter steigt. Zudem riskieren Sie bei versäumter Feuerungskontrolle eine Busse. Im schlimmsten Fall können Mieter Schadenersatzansprüche geltend machen, wenn ein Heizungsausfall auf mangelnde Wartung zurückzuführen ist. Kontaktieren Sie uns für ein Hauswartungs-Abo mit integrierter Heizungsüberwachung.

Hauswartung mit Heizungsüberwachung

In unserem Hauswartungs-Abo sind regelmässige Heizungskeller-Kontrollen inklusive. Wir erkennen Probleme frühzeitig und koordinieren bei Bedarf den Heizungsfachmann.

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